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Kunststiftung Hohenkarpfen e.V.

EIN LEBEN AN DER STAFFELEI

Ausstellung im Kunstmuseum Hohenkarpfen, 23. Juli bis 12. November 2017

Der Tuttlinger Landrat Stefan Bär nennt es ein Aushängeschild der Region. Das Kunstmuseum Hohenkarpfen gilt als Kleinod unter den Museen der Region, doch sein Ruf reicht weit darüber hinaus. Umso mehr freuen sich die haupt- und ehrenamtlich Verantwortlichen über die feste Verankerung in der Region und ganz besonders über jeden Besucher aus den Gemeinden rings um den Hohenkarpfen.
Die Sommerausstellung Ein Leben an der Staffelei, die am Sonntag, den 23. Juli 2017, um 11 Uhr eröffnet wird, präsentiert zum 140. Geburtstag erstmals einen Überblick über das facettenreiche Werk der Malerin Käte Schaller-Härlin (1877 – 1973). Sie zählt zu den interessanten Künstlerinnen des deutschen Südwestens. Ihr Schaffen spannt sich vom späten 19. Jahrhundert bis weit in die 1960er Jahre. Sie wurde 1877 als Tochter eines Missionars in Mangalore in Indien geboren und besuchte bereits mit 16 Jahren die Städtische Gewerbeschule in Stuttgart.
Anschließend studierte Käte Schaller-Härlin an der Damen-Akademie des Künstlerinnen-Vereins in München und hörte 1909 in Stuttgart die Vorlesungen Adolf Hölzels, der mit seinen Studenten kurz zuvor in den Pfullinger Hallen die Wandmalerei erneuert hatte. Außerdem unternahm sie mehrfach Italienreisen und besuchte in Paris vermutlich als Gasthörerin die Académie Matisse, wo sie bei Maurice Denis studierte.
In der Zusammenarbeit mit dem bedeutenden Architekten und Kirchenbaumeister Martin Elsaesser, der als Architekt des modernen protestantischen Kirchenbaus gilt, avancierte Käte Schaller-Härlin zu einer Schlüsselfigur im Bereich der neuen evangelischen Sakralkunst. Mit ihren hoch gelobten sakralen Wand- und Glasmalereien eroberte sie eine damalige Männerdomäne. Ihr Schaffensschwerpunkt waren später repräsentative Porträts und Kinderbildnisse.
Die Ausstellung umfasst Studienblätter aus Italien, Entwürfe für sakrale Wand- und Glasmalereien, Porträts und Stillleben sowie Landschaftsmalerei. Viele der im Kunstmuseum Hohenkarpfen gezeigten Werke sind erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen und bieten einen völlig neuen Blick auf das Schaffen der Malerin.

Ausstellungseröffnung: Sonntag, 23. Juli 2017, 11 Uhr, Kunstmuseum Hohenkarpfen


Bild: Käte Schaller-Härlin, „Selbstporträt mit Tochter Sibylle“, 1923, Privatbesitz, Foto: Hartmut Härer, Stuttgart